EU AI Act & KI-Compliance: Was Unternehmen wirklich wissen (und umsetzen) müssen

Künstliche Intelligenz ist längst im Unternehmensalltag angekommen. Der EU AI Act sorgt nun dafür, dass sie auch verantwortungsvoll eingesetzt wird. Doch was bedeutet das konkret für Unternehmen und warum spielt KI-Compliance dabei eine zentrale Rolle? Dieser Beitrag gibt einen klaren, verständlichen Überblick über den EU AI Act, seine Fristen und Pflichten. Wie immer ohne Techsprache, aber mit Blick auf die Praxis.

Inhalt

1. Was ist der EU AI Act – kurz erklärt

Das Ziel:

Der EU AI Act (Artificial Intelligence Act) ist der weltweit erste umfassende Rechtsrahmen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Er ist seit August 2024 (theoretisch) in Kraft und wird ab 2026 verbindlich angewendet.

  • Vertrauen in KI schaffen
  • Risiken für Menschen, Unternehmen und Gesellschaft begrenzen
  • Innovation ermöglichen – aber kontrolliert

Wichtig:
Der EU AI Act gilt nicht nur für große Tech-Konzerne, sondern für jedes Unternehmen, das KI entwickelt, anbietet oder nutzt.

Statue der Justitia mit Waage vor einem modernen Big-Tech-Gebäude mit buntem Logo
Fotorealistische Darstellung der Justitia-Statue mit Waage vor einem futuristischen Hochhaus mit Big-Tech-Logo, blauer Himmel, digitales Stadtambiente –ar 9:16

2. Der risikobasierte Ansatz: Nicht jede KI ist gleich

Der EU AI Act verbietet KI nicht pauschal. Stattdessen verfolgt er einen risikobasierten Ansatz.

RisikoklasseWas bedeutet das?BeispielePflichten für Unternehmen
🟥 Unannehmbares RisikoKI-Anwendungen, die Grundrechte verletzenSocial Scoring, manipulative KI❌ Verboten – dürfen nicht eingesetzt werden
🟠 Hohes RisikoKI beeinflusst wesentliche LebensbereicheRecruiting, Kreditprüfung, Medizin✔️ Risikomanagement✔️ Dokumentation✔️ Human-in-the-loop✔️ Konformitätsprüfung
🟡 Begrenztes RisikoKI interagiert mit Menschen oder erzeugt InhalteChatbots, generative KI✔️ Transparenzpflicht (Kennzeichnung)
🟢 Geringes RisikoKI ohne relevantes SchadenspotenzialSpamfilter, Spiele➖ Keine zusätzlichen Pflichten

3. AI Literacy ist Pflicht: Schulungen seit 2025 notwendig

Obwohl der EU-AI Act bereits in 2024 verabschiedet wurde, ist er erst 2025 das erste mal verbindlich geworden. Denn seit Anfang 2025 ist nämlich AI Literacy offiziell Pflicht.

Aber was bedeutet AI Literacy?

  • Chancen & Risiken von KI verstehen
  • Grenzen von KI-Systemen kennen
  • rechtssicher & verantwortungsvoll mit KI arbeiten

Seit Februar 2025 gilt nun:

  • KI-Kompetenz ist keine freiwillige Weiterbildung mehr
  • Schulungen müssen nachweisbar sein

Das heißt: Unternehmen müssen sicherstellen, dass Mitarbeitende KI kompetent nutzen können.

AI Literacy vs. „KI-Compliance“: Was ist was?

Während AI Literacy sich explizit auf die Ausbildung Angestellter im Bereich KI fokussiert, ist KI-Compliance der überordnende Begriff für ein verantwortungsvollen Umgang mit KI.

Genau bedeutet KI-Compliance:
KI wird rechtskonform, transparent und verantwortungsvoll eingesetzt. Es geht hierbei nicht nur darum, ob eine KI funktioniert, sondern wie sie eingesetzt wird.

Konkret heißt das zum Beispiel:

  • klare Dokumentation von KI-Systemen
  • nachvollziehbare Entscheidungen
  • Schutz vor Bias & Manipulation
  • definierte Verantwortlichkeiten

KI-Compliance ist kein reines IT-Thema, sondern Organisations- und Führungsaufgabe.

4. Anbieter vs. Betreiber: Wer trägt welche Verantwortung?

Der EU AI Act unterscheidet klar zwischen Rollen:

KI-Anbieter (Hersteller, Entwickler, Integratoren)

Pflichten u. a.:

  • Risikomanagement
  • Datengovernance
  • technische Dokumentation
  • Konformitätsbewertung
  • Meldung von Vorfällen

⚠️ Wichtig für Systemhäuser:
Wer KI unter eigener Marke anpasst oder weiterverkauft, gilt rechtlich als Anbieter.

KI-Betreiber (Nutzer im Unternehmen)

Pflichten u. a.:

  • nur konforme KI einsetzen
  • Mitarbeitende schulen (AI Literacy Pflicht)
  • KI-Nutzung überwachen
  • Transparenz gegenüber Kunden herstellen
Illustration von EU-Flaggen, Forschungseinrichtungen und Menschen, die an künstlicher Intelligenz arbeiten
Isometrische Illustration von europäischen Forschungszentren, Menschen bei der Arbeit an künstlicher Intelligenz, EU-Flaggen, digitalen Datenströmen und modernen Büros, verbunden durch Netzwerke –ar 9:16

5. Die wichtigsten Fristen – kompakt erklärt

📅 Februar 2025

📅 August 2026 (zentraler Stichtag)

  • Großteil der AI-Act-Pflichten wird verbindlich
  • Hochrisiko-KI muss konform, dokumentiert und geprüft sein

📅 August 2027

  • Letzte Übergangsfristen für bestehende Systeme
  • Auch ältere Hochrisiko-KI muss vollständig compliant sein

6. Was passiert bei Verstößen?

Die Sanktionen orientieren sich an der DSGVO – sind aber teils noch höher:

  • bis zu 35 Mio. €
  • oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes

Zusätzlich drohen:

  • Nutzungsverbote
  • Marktaufsicht
  • Reputationsschäden

7. Warum KI-Compliance kein Bremsklotz ist

Richtig umgesetzt, schafft KI-Compliance:

  • Rechtssicherheit
  • Vertrauen bei Kunden & Partnern
  • bessere KI-Qualität
  • klare Prozesse für Skalierung

Viele Unternehmen erkennen gerade, dass Governance ist kein Innovationshemmnis sein muss, sondern eher ein Wettbewerbsvorteil ist!

8. Fazit: KI braucht Struktur, keine Panik

Der EU AI Act verlangt keine Perfektion. Er verlangt Übersicht, Verantwortung und Kompetenz.

Unternehmen, die jetzt:

  • ihre KI-Systeme erfassen
  • Mitarbeitende schulen
  • klare Zuständigkeiten definieren

sind nicht nur compliant, sondern langfristig besser aufgestellt.

Was sie jetzt als Systemhäuser & IT-Partner tun können:

Viele Unternehmen suchen aktuell keine Juristen, sondern einen Vertrauenspartner, die KI-Compliance verständlich erklären und umsetzbar machen.

Wenn ihr euch als solcher Partner positionieren wollt, findet ihr hier weitere Informationen:

👉 partner.dishbrain.com

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