Anthropic unter Druck: Pentagon-Gespräche und Spionagevorwürfe gegen China

Anthropic-CEO Dario Amodei trifft US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, während das Unternehmen gleichzeitig chinesischen KI-Firmen vorwirft, Claude systematisch kopiert zu haben. Nationale Sicherheit und KI-Wettbewerb verschärfen sich.

Inhalt

Pentagon-Treffen: Streit um KI-Nutzung

Anthropic-CEO Dario Amodei trifft diese Woche US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, um über den Einsatz von Claude-Modellen im Militär zu sprechen.

Hintergrund:
Anthropic fordert Garantien, dass seine KI nicht für autonome Waffen oder Überwachung von US-Bürgern eingesetzt wird.
Das Verteidigungsministerium hingegen will die Modelle „für alle rechtmäßigen Zwecke“ nutzen.

Anthropic ist derzeit das einzige KI-Unternehmen, dessen Modelle auf klassifizierten DOD-Netzwerken laufen, ein Vertrag über 200 Millionen Dollar wurde bereits 2025 geschlossen.

Was sind DOD-Netzwerke?

DOD steht für Department of Defense.
Gemeint sind geschützte, teils klassifizierte IT-Infrastrukturen des US-Verteidigungsministeriums, auf denen sensible militärische und sicherheitsrelevante Daten verarbeitet werden.
Dass ein KI-Modell dort eingesetzt wird, ist strategisch hochrelevant.

Vorwürfe gegen chinesische KI-Firmen

Parallel erhebt Anthropic schwere Anschuldigungen gegen mehrere chinesische Unternehmen, darunter: DeepSeek, Moonshot AI und Minimax.

Destillationsangriffe auf Claude

Laut Anthropic sollen die Firmen millionenfach Anfragen an Claude gestellt haben, um das Modell zu „destillieren“. Also dessen Outputs zum Training eigener Systeme zu nutzen.

Dabei wurden offenbar:

  • Proxy-Netzwerke eingesetzt
  • Zehntausende koordinierte Accounts genutzt
  • gezielt Reasoning- und Coding-Fähigkeiten abgefragt

Minimax soll über 13 Millionen Anfragen gestellt haben.

Gegenmaßnahmen und geopolitische Spannungen

Anthropic reagiert mit:

  • neuen Erkennungssystemen
  • automatischer Verschlechterung von Outputs bei Verdachtsfällen
  • Zusammenarbeit mit Cloud-Anbietern und Behörden

Die Entwicklungen zeigen:
Der KI-Wettlauf zwischen USA und China ist längst nicht mehr nur technologisch, sondern zunehmend strategisch und sicherheitspolitisch.

Einordnung:

Anthropic steht aktuell an zwei Fronten:
Verhandlungen mit dem Pentagon über militärische Nutzung und der Schutz des eigenen geistigen Eigentums gegen mutmaßliche staatlich-nahe Konkurrenz.

KI ist damit endgültig im Zentrum geopolitischer Machtfragen angekommen.

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