Was auf den ersten Blick wie ein weiterer Schlagabtausch zwischen Brüssel und Big Tech wirkt, ist in Wahrheit ein deutliches Signal an alle Unternehmen, die künstliche Intelligenz einsetzen.
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Die EU-Kommission wirft Google vor, seine KI-Modelle mit Inhalten Dritter trainiert zu haben, ohne diese angemessen zu vergüten oder den Urhebern eine echte Widerspruchsmöglichkeit zu geben. Konkret geht es unter anderem um die KI-Übersicht in der Google-Suche sowie um die Nutzung von YouTube-Videos für das Training von KI-Systemen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Bußgelder in Milliardenhöhe.
Der Fall zeigt: KI-Nutzung ist längst keine rein technische Frage mehr – sondern eine rechtliche, wirtschaftliche und strategische.
Und er macht deutlich, warum die Europäische Union in den letzten Jahren massiv regulierend eingegriffen hat.
Denn genau für solche Fälle wurde ein neues Regelwerk geschaffen, das seit 2024 formell gilt und schrittweise immer mehr Wirkung entfaltet: der EU AI Act.
Was ist eigentlich der EU AI Act – und warum betrifft es auch mittelständische Unternehmen & Start-ups?
Der EU AI Act (Artificial Intelligence Act) ist eine Rechtsverordnung der Europäischen Union, die erstmals ein einheitliches, umfassendes gesetzliches Regelwerk für künstliche Intelligenz schafft – und zwar weltweit einzigartig.
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Zweck des AI Act ist es, Vertrauen und Sicherheit im Umgang mit KI zu schaffen, Risiken zu begrenzen und gleichzeitig Innovation und einen einheitlichen europäischen Markt zu fördern.
Die EU will damit:
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- Grundrechte schützen (Datenschutz, Nicht-Diskriminierung, Sicherheit). Verbraucherzentrale.de
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- Transparenz und Verantwortlichkeit bei KI-Systemen durchsetzen. Künstliche Intelligenz Gesetz EU
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- Einen fairen, global wettbewerbsfähigen Rahmen schaffen, statt Wildwuchs oder extrem lockerer Regeln.
Der Kern des Gesetzes: Der risikobasierte Ansatz
Der EU AI Act verbietet KI nicht pauschal. Stattdessen verfolgt er einen risikobasierten Ansatz: KI-Systeme werden je nach Gefährdungspotenzial unterschiedlich streng reguliert.
Unzulässige Risiken (verboten)
Bestimmte KI-Anwendungen sind grundsätzlich verboten, z. B.:
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- Social Scoring (soziale Bewertung von Menschen)
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- Manipulative KI, die Menschen gezielt täuscht oder beeinflusst
Diese Systeme dürfen nicht auf dem EU-Markt betrieben werden.
Hohes Risiko
Für KI-Systeme mit hohem Risiko gelten umfangreiche Pflichten, u. a.:
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- Risikomanagement
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- Technische Dokumentation
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- Test- und Überwachungsprozesse
Dazu zählen u. a. KI-Systeme in:
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- Medizin & Gesundheit
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- Verkehr
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- Arbeitsmarkt (z. B. Recruiting)
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- Justiz & öffentliche Verwaltung
Begrenztes Risiko
Hier greifen vor allem Transparenzpflichten, z. B.:
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- Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit einer KI interagieren (z. B. Chatbots)
Geringes Risiko
Für diese KI-Systeme gelten keine besonderen Pflichten, z. B.:
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- KI-Spiele
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- Spamfilter
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- einfache Optimierungs-Algorithmen
August 2026: Jetzt wird’s ernst
Die EU hat den AI Act bewusst stufenweise umgesetzt, um Unternehmen Zeit zur Anpassung zu geben.
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2024: Formelles Inkrafttreten
Der EU AI Act ist rechtlich in Kraft, dient zunächst aber als Rahmen.
August 2025: Erste verbindliche Pflichten
Ab diesem Zeitpunkt gelten erstmals konkrete Anforderungen – besonders wichtig: KI-Kompetenz für Mitarbeitende. Unternehmen sind verpflichtet, sicherzustellen, dass Angestellte über grundlegende Kenntnisse im Umgang mit KI verfügen.
Ziel: Datenschutz- und Rechtsverstöße gar nicht erst entstehen zu lassen.
KI-Schulungen sind damit keine Kür mehr, sondern eine regulatorische Pflicht.
Ab 02.08.2026: Der Wendepunkt
Ab diesem Datum wird der AI Act weitgehend anwendbar.
Das bedeutet:
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- Verbindliche Anforderungen für High-Risk-KI
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- Umfassende Transparenz- und Governance-Pflichten
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- Pflicht zur Risiko- und Qualitätskontrolle
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- Einhaltung technischer Standards
Spätestens jetzt wird KI-Compliance Teil des Geschäftsalltags.
Ab 02.08.2027: Letzte Übergangsfristen
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- General-Purpose-AI (GPAI), die vor August 2025 auf dem Markt war, muss bis spätestens August 2027 vollständig konform sein.
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- Letzte technische und organisatorische Anforderungen für Hochrisiko-Systeme werden verbindlich.
Was droht bei Verstößen?
Der EU AI Act orientiert sich an der DSGVO – auch bei den Sanktionen. Bei Verstößen drohen:
Bis zu 7 % des weltweiten Jahresumsatzes
oder 30–35 Millionen Euro (je nachdem, welcher Betrag höher ist)
Was bedeutet das konkret für dein Unternehmen?
Ganz gleich, ob Start-up, KMU oder Konzern – wer KI nutzt, muss jetzt handeln.
Prüfen, welche Risikoklasse die eingesetzten KI-Systeme haben
Transparenz und Dokumentation sicherstellen
Gesetzliche Pflichten rechtzeitig umsetzen
Mitarbeitende im Umgang mit KI schulen
IT-Systemhäuser aufgepasst!
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Unser Fazit:
Der EU AI Act ist kein Innovationshemmnis, sondern ein klarer Rahmen.
Unternehmen, die jetzt:
-
- ihre Teams schulen,
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- KI bewusst und strategisch einsetzen
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- und Governance frühzeitig etablieren,
nutzen KI nicht nur rechtskonform, sondern auch profitabel.
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