EU ermittelt gegen Google: Der EU AI Act wird präsenter

Der EU AI Act verändert den Umgang mit künstlicher Intelligenz grundlegend. Nach den aktuellen Ermittlungen gegen Google zeigt sich: KI-Nutzung ist keine Grauzone mehr. Warum Unternehmen jetzt handeln, Mitarbeitende schulen und KI strategisch einsetzen müssen.

Inhalt

Was auf den ersten Blick wie ein weiterer Schlagabtausch zwischen Brüssel und Big Tech wirkt, ist in Wahrheit ein deutliches Signal an alle Unternehmen, die künstliche Intelligenz einsetzen.

Statue der Justitia mit Waage vor einem modernen Big-Tech-Gebäude mit buntem Logo

 

Fotorealistische Darstellung der Justitia-Statue mit Waage vor einem futuristischen Hochhaus mit Big-Tech-Logo, blauer Himmel, digitales Stadtambiente –ar 9:16

Dieses Bild wurde mit Midjourney generiert

Die EU-Kommission wirft Google vor, seine KI-Modelle mit Inhalten Dritter trainiert zu haben, ohne diese angemessen zu vergüten oder den Urhebern eine echte Widerspruchsmöglichkeit zu geben. Konkret geht es unter anderem um die KI-Übersicht in der Google-Suche sowie um die Nutzung von YouTube-Videos für das Training von KI-Systemen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Bußgelder in Milliardenhöhe.

Der Fall zeigt: KI-Nutzung ist längst keine rein technische Frage mehr – sondern eine rechtliche, wirtschaftliche und strategische.

Und er macht deutlich, warum die Europäische Union in den letzten Jahren massiv regulierend eingegriffen hat.

Denn genau für solche Fälle wurde ein neues Regelwerk geschaffen, das seit 2024 formell gilt und schrittweise immer mehr Wirkung entfaltet: der EU AI Act.

 

Was ist eigentlich der EU AI Act – und warum betrifft es auch mittelständische Unternehmen & Start-ups?

Der EU AI Act (Artificial Intelligence Act) ist eine Rechtsverordnung der Europäischen Union, die erstmals ein einheitliches, umfassendes gesetzliches Regelwerk für künstliche Intelligenz schafft – und zwar weltweit einzigartig.

Illustration eines großen Gesetzbuchs umgeben von Personen vor einem Hintergrund mit EU-Sternen

 

Illustration eines großen aufgeschlagenen Gesetzbuchs in einer EU-Kulisse mit gelben Sternen, Menschen in formeller Kleidung diskutieren rechtliche Fragen zu KI –ar 9:16

Dieses Bild wurde mit Midjourney generiert

Zweck des AI Act ist es, Vertrauen und Sicherheit im Umgang mit KI zu schaffen, Risiken zu begrenzen und gleichzeitig Innovation und einen einheitlichen europäischen Markt zu fördern. 

Die EU will damit:

    • Einen fairen, global wettbewerbsfähigen Rahmen schaffen, statt Wildwuchs oder extrem lockerer Regeln.

Der Kern des Gesetzes: Der risikobasierte Ansatz

Der EU AI Act verbietet KI nicht pauschal. Stattdessen verfolgt er einen risikobasierten Ansatz: KI-Systeme werden je nach Gefährdungspotenzial unterschiedlich streng reguliert.

🟥 Unzulässige Risiken (verboten)

Bestimmte KI-Anwendungen sind grundsätzlich verboten, z. B.:

    • Social Scoring (soziale Bewertung von Menschen)

    • Manipulative KI, die Menschen gezielt täuscht oder beeinflusst

➡️ Diese Systeme dürfen nicht auf dem EU-Markt betrieben werden.

🟠 Hohes Risiko

Für KI-Systeme mit hohem Risiko gelten umfangreiche Pflichten, u. a.:

    • Risikomanagement

    • Technische Dokumentation

    • Test- und Überwachungsprozesse

Dazu zählen u. a. KI-Systeme in:

    • Medizin & Gesundheit

    • Verkehr

    • Arbeitsmarkt (z. B. Recruiting)

    • Justiz & öffentliche Verwaltung

🟡Begrenztes Risiko

Hier greifen vor allem Transparenzpflichten, z. B.:

    • Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit einer KI interagieren (z. B. Chatbots)

🟢Geringes Risiko

Für diese KI-Systeme gelten keine besonderen Pflichten, z. B.:

    • KI-Spiele

    • Spamfilter

    • einfache Optimierungs-Algorithmen

 

August 2026: Jetzt wird’s ernst

Die EU hat den AI Act bewusst stufenweise umgesetzt, um Unternehmen Zeit zur Anpassung zu geben.

Illustration von EU-Flaggen, Forschungseinrichtungen und Menschen, die an künstlicher Intelligenz arbeiten

 

Isometrische Illustration von europäischen Forschungszentren, Menschen bei der Arbeit an künstlicher Intelligenz, EU-Flaggen, digitalen Datenströmen und modernen Büros, verbunden durch Netzwerke –ar 9:16

Dieses Bild wurde mit Midjourney generiert

➡️2024: Formelles Inkrafttreten

Der EU AI Act ist rechtlich in Kraft, dient zunächst aber als Rahmen.

➡️August 2025: Erste verbindliche Pflichten

Ab diesem Zeitpunkt gelten erstmals konkrete Anforderungen – besonders wichtig: KI-Kompetenz für Mitarbeitende. Unternehmen sind verpflichtet, sicherzustellen, dass Angestellte über grundlegende Kenntnisse im Umgang mit KI verfügen.

Ziel: Datenschutz- und Rechtsverstöße gar nicht erst entstehen zu lassen.

👉 KI-Schulungen sind damit keine Kür mehr, sondern eine regulatorische Pflicht.

➡️Ab 02.08.2026: Der Wendepunkt

Ab diesem Datum wird der AI Act weitgehend anwendbar.

Das bedeutet:

    • Verbindliche Anforderungen für High-Risk-KI

    • Umfassende Transparenz- und Governance-Pflichten

    • Pflicht zur Risiko- und Qualitätskontrolle

    • Einhaltung technischer Standards

👉Spätestens jetzt wird KI-Compliance Teil des Geschäftsalltags.

➡️Ab 02.08.2027: Letzte Übergangsfristen

    • General-Purpose-AI (GPAI), die vor August 2025 auf dem Markt war, muss bis spätestens August 2027 vollständig konform sein.

    • Letzte technische und organisatorische Anforderungen für Hochrisiko-Systeme werden verbindlich.

Was droht bei Verstößen?

Der EU AI Act orientiert sich an der DSGVO – auch bei den Sanktionen. Bei Verstößen drohen:

🔸 Bis zu 7 % des weltweiten Jahresumsatzes

🔸 oder 30–35 Millionen Euro (je nachdem, welcher Betrag höher ist)

Was bedeutet das konkret für dein Unternehmen?

Ganz gleich, ob Start-up, KMU oder Konzern – wer KI nutzt, muss jetzt handeln.

✔️ Prüfen, welche Risikoklasse die eingesetzten KI-Systeme haben

✔️ Transparenz und Dokumentation sicherstellen

✔️ Gesetzliche Pflichten rechtzeitig umsetzen

✔️ Mitarbeitende im Umgang mit KI schulen

IT-Systemhäuser aufgepasst!

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Unser Fazit:

Der EU AI Act ist kein Innovationshemmnis, sondern ein klarer Rahmen.

Unternehmen, die jetzt:

    • ihre Teams schulen,
    • KI bewusst und strategisch einsetzen
    • und Governance frühzeitig etablieren,

nutzen KI nicht nur rechtskonform, sondern auch profitabel.

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